CLC 200 HC
- Modul max.: 3 / 5 mm | 0 / 0 in
- Werkstück-Ø max.: 250 mm | 10 in
- Werkstücklänge max.: 300 mm | 12 in
Maschinenkonzept der CLC 200 HC
Die CLC 200 HC basiert auf einem konsequent steifen Maschinenaufbau. Zentrales Element ist ein ortsfester, direkt angetriebener Werkstücktisch in Kombination mit einem ebenfalls direkt angetriebenen Wälzfräskopf. Durch den vollständigen Verzicht auf mechanische Getriebezüge zwischen Antrieb und Bearbeitungsstelle werden Übertragungsfehler minimiert und eine hohe Positionier- und Wiederholgenauigkeit erreicht.
Die Werkstückspannung erfolgt über das Spannmittel auf dem Werkstücktisch mit Gegenhalter. Je nach Werkstückanforderung kann das Bauteil entweder mit einer Spitze oder mit einer pendelnden Druckglocke von oben abgestützt werden. Diese Auslegung sorgt für eine sehr steife Aufspannung, geringe Vibrationen und eine konstante Zahnqualität über die gesamte Bearbeitungszeit.
Das Maschinenbett aus Mineralit mit seinen hohen Dämpfungseigenschaften bildet die Basis für stabile Prozesse – selbst bei hohen Zerspanleistungen bis Modul 5.
Wälzfräsen und Anfasen in einer Aufspannung
Ein wesentliches Merkmal der CLC 200 HC ist die Integration des Anfas- und Entgratprozesses direkt in den Wälzfräsprozess. Das Wälzfräsen erfolgt auf der einen Seite der Aufspannung, während auf der gegenüberliegenden Seite das Entgraten und Anfasen durchgeführt wird. Beide Prozesse greifen auf dieselbe Werkstückspannung zu, wodurch eine Phasenausrichtung vollständig entfällt.
Im ersten Schnitt beginnt das Wälzfräsen der Verzahnung. Parallel dazu erfolgt das Entgraten an der Unterseite des Werkstücks. Nach dem Ausfahren des Wälzfräsers wird die obere Verzahnung angefast. Anschließend folgt der zweite Wälzfrässchnitt, während das Anfasen hauptzeitparallel abgeschlossen wird.
Mit diesem zweischnittigen Verfahren können Aufwürfe in Flankenlinienrichtung vermieden werden. Genau diese kleinen Materialaufwürfe sind in konventionellen Prozessen häufig die Ursache für Probleme in nachgelagerten Hartfeinbearbeitungen, da sie nach dem Härten zu erhöhtem Verschleiß an Schleifscheiben oder Honringen führen.
Vorteile des Zwei-Schnitt-Verfahrens beim Wälzfräsen
Das Wälzfräsen mit zwei Schnitten bietet gegenüber dem Ein-Schnitt-Verfahren entscheidende Vorteile für die Gesamtprozesskette:
Die Flanken sind nach dem zweiten Schnitt frei von Aufwürfen, wodurch der Materialabtrag im Schleif- oder Honprozess reduziert werden kann. Gleichzeitig sinkt das Risiko von Werkzeugbeschädigungen in der Hartfeinbearbeitung deutlich. Die Standzeiten von Schleifscheiben und Honringen erhöhen sich, Abrichtintervalle verlängern sich und die Prozesskosten der Folgeoperationen werden nachhaltig gesenkt.
Messungen zeigen eine sehr hohe Qualitätskonstanz mit engen Toleranzen in Profil- und Flankenlinienabweichung. Die gleichbleibende Verzahnungsqualität reduziert Streuungen im Serienprozess und erhöht die Prozesssicherheit insbesondere in automatisierten Linien.
Ausführungen für Automobil- und Industrieanwendungen
Die CLC 200 HC ist in zwei Ausführungen verfügbar, um unterschiedliche Marktanforderungen optimal abzudecken.
AutomobilanwendungenIn der Automobilvariante ist die Maschine für Module bis 3 ausgelegt. Ein Hochgeschwindigkeits-Wälzfräskopf mit bis zu 6.000 U/min ermöglicht kurze Taktzeiten bei gleichzeitig hoher Oberflächenqualität. Diese Ausführung ist speziell auf große Stückzahlen und kurze Zykluszeiten abgestimmt. | IndustrieanwendungenDie Industrieausführung deckt Module bis 5/6 ab und arbeitet mit höheren Drehmomenten an Wälzfräskopf und Werkstücktisch. Sie eignet sich besonders für größere Verzahnungen, robuste Bauteile und Anwendungen mit erhöhtem Zerspanvolumen. |
Beide Varianten verfügen über direkt angetriebene, wassergekühlte Achsen und eine identische mechanische Grundstruktur, sodass ein hohes Maß an Prozessstabilität gewährleistet ist.
Ausstattung der Maschine
Die CLC 200 HC unterstützt alle gängigen Wälzfräswerkzeuge, einschließlich HSS-Varianten, beschichteter Werkzeuge sowie Hartmetallfräser. Die Maschine ist sowohl für die Trocken- als auch für die Nassbearbeitung ausgelegt.
Zur Prozessüberwachung können Systeme wie Artis oder Montronix integriert werden, um Werkzeugzustände, Prozesskräfte und Bearbeitungsanomalien zuverlässig zu erkennen. Die Bedienung erfolgt über eine moderne CNC-Steuerung mit benutzerfreundlicher HMI, die sowohl Einrichter als auch Bediener im Serienbetrieb unterstützt.
Automatisierung für kurze Nebenzeiten
Die CLC 200 HC ist konsequent auf den Serieneinsatz ausgelegt. Eine Portalautomation kann direkt integriert werden. Die Be- und Entladezeit liegt bei rund vier Sekunden.
Durch die Kombination aus Wälzfräsen, Entgraten und Anfasen in einer Aufspannung reduziert sich nicht nur die Anzahl der Maschinen in der Linie, sondern auch der logistische Aufwand zwischen den einzelnen Prozessschritten.
Vorteile CLC 200 HC
- Wälzfräsen und Anfasen in einer Aufspannung
- Zwei-Schnitt-Wälzfräsverfahren mit integrierter Egalisierung Entgratung/Anfasung
- Direktantriebe an Wälzfräskopf und Werkstücktisch
- Sehr steife Werkstückspannung mit Gegenhalter
- Kurze Nebenzeiten und hohe Produktivität
- Mineralgussbett mit hohem Dämpfungsvermögen










