VMC MT Baureihe: Universallösung für große Futterteile sorgt für maximale Flexibilität und Effizienz

23.09.2016 - Markus Isgro

Vertikale Dreh- / Fräsmaschine für die Bearbeitung von Futterteilen bis 450 mm

Gerade in Europa kennt die Marktentwicklung im Nutzfahrzeugbereich in den letzten Jahren nur eine Richtung – nach oben. So wurden nach Einschätzung des Branchenverbandes ACEA in der EU im vergangenen Jahr rund 2,08 Millionen Lastwagen, Transporter und Busse neu zugelassen. Das entspricht einem Zuwachs von über 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem schwere Fahrzeuge mit mehr als 16 Tonnen waren stark nachgefragt. Für die Hersteller geht die positive Entwicklung aber mit einer wachsenden technologischen Herausforderung einher. Die Kunden verlangen nach passgenaueren Mobilitätslösungen für ihren Einsatzbereich. Zum Beispiel gewinnen noch effizientere konventionelle Antriebe sowie alternative Antriebssysteme an Bedeutung. Immer kürzere Produktzyklen in der Produktion sind die indirekten Folgen davon; auch nimmt die Zahl der zu produzierenden Teilefamilien an vielen Standorten zu. Was das wiederum für die eingesetzte Fertigungstechnologie bedeutet, macht das Beispiel VMC 450 MT deutlich: Das vertikale Dreh-Fräs-Zentrum der EMAG Leipzig Maschinenfabrik bietet dem Anwender eine bisher unerreichte Flexibilität. Eine Vielzahl von großen und komplexen Futterteilen kann auf ihm im schnellen Wechsel bearbeitet werden  – der geringe Rüstaufwand macht es möglich.

Steigende Absatzzahlen, innovative Fahrzeug-Technologien und  Forderungen der Politik nach sinkenden CO2-Abgaswerten – Nutzfahrzeughersteller stehen derzeit vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund verändert sich seit einigen Jahren die Produktionssituation bei vielen Unternehmen: Einerseits wird der Marktzyklus für ein Motorenmodell kürzer (und mit einem neuen Modell müssen auf den gleichen Maschinen immer wieder neue Teilefamilien bearbeitet werden), andererseits nimmt die Zahl der parallel zu produzierenden Teile zu. Für den Anwender an der Maschine heißt das letztlich: In kürzeren Abständen müssen Produktionssysteme für neue Bauteile eingerichtet werden. Der allgemeine Rüstaufwand steigt also an und gleichzeitig geht häufig die Gesamtanlageneffektivität zurück. „Deshalb beobachten wir seit einigen Jahren einen Wandel bei unseren Kunden“, erklärt Georg Händel, Manager Technical Sales „Heavy Parts“ bei EMAG Leipzig. „Der Trend im Nutzfahrzeugbau geht weg von starren Produktionslinien. Stattdessen sind Anwender auf der Suche nach hochflexiblen Lösungen, die sich schnell für viele unterschiedliche Bauteile einrichten lassen und anschließend eine gleichbleibend perfekte Werkstückqualität bieten.“

Wachsender Erfolg im Markt
Maximale Flexibilität, minimale Nebenzeiten und hohe Qualität – diese Parameter standen folglich bei der Entwicklung der VMC-MT-Baureihe auf der Agenda von EMAG Leipzig. Die universellen Dreh-Fräszentren für die Bearbeitung von großen Futterteilen mit einem Durchmesser von bis zu 600 Millimetern und einem Gewicht von bis zu 500 Kilogramm sind bereits seit 2013 mit deutlich wachsendem Erfolg auf dem Markt und bei OEMs sowie Zulieferunternehmen im Einsatz. Beispielsweise werden  Planetenradträger, große Naben, Brems-Komponenten oder Differentiale von Nutzfahrzeugen oder Landwirtschaftsmaschinen auf den Maschinen der VMC-MT-Baureihe effizient und schnell bearbeitet. Warum genau setzen immer mehr Kunden auf diese Lösung? „Wir haben bei diesen Maschinen letztlich alle entscheidenden Produktivitätsfaktoren auf ein Maximum hin optimiert. In dieser Bündelung ist das für die Bearbeitung schwerer Futterteile absolut ungewöhnlich. Zudem lassen sich die Maschinen auf fast jede Anforderung hin präzise konfigurieren. Das überzeugt die Kunden natürlich“, erklärt Händel, der damit bereits auf die Kernaspekte der EMAG Konstruktion verweist:

  • Die VMC MT-Baureihe ist zunächst einmal eine klassische Drehmaschine mit einer außerordentlich leistungsstarken Hauptspindel inklusive Direktantrieb – eine ideale Voraussetzung für die Schwerzerspanung bei höchster Präzision.
  • Auch die leistungsstarke Dreh-Fräs-Spindel wird direkt angetrieben. Es kommen je nach Bedarf Dreh-, Bohr- und Fräs-Verfahren sowie multifunktionale Technologien zum Einsatz.
  • Das Werkzeugmagazin hat bis zu 80 Werkzeugplätze. Angesichts dieser Zahl und des integrierten Werkzeugmanagements können Kunden die Maschine für verschiedene Bauteile vorbereiten und zusätzlich viele Schwesterwerkzeuge im Magazin ablegen – beim Verschleiß eines der eingesetzten Werkzeuge stehen sie dann direkt für den automatischen Werkzeugwechsel zur Verfügung. Das Werkzeugmagazin kann übrigens auch während des Betriebs neu bestückt werden.
  • Die Maschine besitzt eine große seitliche Luke, durch die hindurch die automatisierte Werkstückbeladung erfolgt – je nach Kundenwunsch per Roboter oder Portal. Die manuelle Beladung bei kleineren Losgrößen oder beim Einrichten erfolgt durch die frontseitige Beladetür.
  • Für ein durchgängiges Qualitätsmanagement gibt es mehrere, sich ergänzende Messsysteme. Die Qualität der Werkstücke wird zum Beispiel mit einem Funkmesstaster überprüft, die der Werkzeuge über eine Lasermessbrücke.
  • Das Gesamtdesign der VMC-Baureihe orientiert sich daran, einen geringen Platzbedarf, Servicefreundlichkeit und höchste Gesamtanlageneffizienz sicherzustellen.

Passgenaue Lösungen für den Kunden
Gerade bei komplexen Teilen zeigt diese Kombination ihre volle Wirkung. Beispiel Planetenradträger: Die Bearbeitung des Bauteils erfolgt in zwei Operationen (OP 10 und OP 20) mit insgesamt bis zu 15 verschiedenen Werkzeugen. Dafür kommen zwei VMC 450 MT-Maschinen zum Einsatz, die mit einem Roboter verkettet werden – „FLEXline“ nennen die Konstrukteure bei EMAG Leipzig diese Gesamtlösung. Dabei ist ein entscheidender Vorteil, dass beide Maschinen parallel und unabhängig voneinander im Einsatz sind. Die fertigen Bauteile aus OP 10 werden auf einer Zwischenablage innerhalb der FLEXline abgelegt. So entsteht bewusst ein kleiner Materialpuffer, der dafür sorgt, dass die gesamte FLEXline kontinuierlich produziert, auch wenn die OP 20-Bearbeitung des gesamten Loses etwas länger duert als die OP 10-Bearbeitung. Daher kann die ruhende OP 10-Maschine während des laufenden Prozesses für ein neues Werkstück eingerichtet werden. „Auf diese Weise sinkt die Stillstandzeit der FLEXline beim Loswechsel letztlich auf Null“, erklärt Händel.  Und nicht zuletzt sorgt bewährte EMAG-Technologie für eine weiter ansteigende Produktivität. So stehen die hochdynamischen Achsen mit ihren kurzen Wegen ebenso für kurze Nebenzeiten und schnelle Produktionsabläufe. 

Universalität erhöht die Marktchancen
Schnelle Bauteilwechsel, niedrige Nebenzeiten, hohe Bearbeitungsqualität – angesichts dieser Vorteile sehen die Experten von EMAG Leipzig große Marktchancen für ihre Maschinen. „Die VMC MT  kann sowohl in der Prototypenfertigung als auch in der Serienproduktion im Bereich bis 80.000 Teilen pro Jahr zum Einsatz kommen“, sagt Händel. „In jedem Fall bietet sie den Anwendern bei der Bearbeitung von großen Futterteilen eine völlig neue Effizienz. Auch ‚24/7’ und ‚Industrie 4.0’ sind für EMAG FLEXline keine Fremdwörter, sondern klares Ziel. Davon profitieren auch die Hersteller von Landwirtschaftsmaschinen, die Luft- und Raumfahrtindustrie oder der allgemeine Maschinenbau. Wir sind überzeugt: Die Flexibilität und Universalität der VMC MT-Baureihe setzt sich immer stärker im Markt durch.“

Weitere Informationen über die Dreh- / Fräsmaschine VMC 450 MT

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