Getriebespezialist Kordel setzt auf EMAG: Die Finish-Bearbeitung eines Kegelrads per Dreh-Schleifzentrum qualitativ perfektioniert

21.12.2020 - Markus Isgro

Langjährige Partner: Gebietsverkaufsleiter Florian Rose von EMAG, Kordel-Geschäftsführer Johannes Kordel sowie Abteilungsleiter Stephan Lücke von Kordel.

Getriebelösungen für besonders hohe Anforderungen – so könnte man die anspruchsvolle Aufgabe von Kordel mit Hauptsitz in Dülmen bei Münster auf den Punkt bringen. Das Unternehmen entwickelt und produziert komplette Getriebesysteme, die zum Beispiel in Flurförderfahrzeugen, Land- und Baumaschinen zum Einsatz kommen. Damit die komplexe Technologie dem harten Dauereinsatz lange Zeit standhält und zugleich eine effiziente Kraftübertragung sicherstellt, setzen die Spezialisten in ihrer Produktion auf hohe Qualitäts- und Präzisionsanforderungen. Dabei ist seit mehr als 20 Jahren Pick-up-Technologie von EMAG mit an Bord, wobei Kordel immer wieder in neue Maschinen der süddeutschen Maschinenbauer investiert – zuletzt in zwei Dreh-Schleifzentren vom Typ VLC 200 GT. Hartbearbeitungsprozesse an verschiedenen Kegelrädern laufen hier hintereinander und – wie schon bei den bislang eingesetzten Maschinen des Typs VSC 250 DDS – in einer Aufspannung ab. Die Folge: Die Kombination aus Drehen und Schleifen sorgt für lange Werkzeugstandzeiten und somit einen qualitativ stabilen Prozess.


Flurförderfahrzeuge sowie Land- und Baumaschinen müssen oft enorme Drehmomente übertragen, dazu Stoßbelastungen kompensieren und dauerhaftem Umgebungsschmutz widerstehen – Extrembelastungen sind für die Produkte von Kordel also der Normalfall. Zudem müssen die Getriebe sehr lange Zeit fehlerfrei und ohne Ausfall ihren Dienst verrichten. Folglich prägt ein besonderer Qualitäts- und Technologieanspruch die Arbeit der Spezialisten an den vier Standorten in Deutschland und Polen. Die enge Vernetzung von interner Entwicklungsabteilung und Produktion ist dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor – man arbeitet „Hand in Hand“ mit flachen Hierarchien und stellt so beispielsweise sicher, dass sich neu entwickelte Komponenten effizient produzieren lassen. Eigenständigkeit und Know-how der Mitarbeiter spielen eine zentrale Rolle für den Erfolg.

Insgesamt 17 EMAG Maschinen im Einsatz

Zugleich verfügt das Familienunternehmen über eine enorme Fertigungstiefe auf einer Gesamtfläche von rund 60.000 Quadratmetern. Alle Produktionsschritte vom Rohling bis zum fertigen Getriebe vollziehen sich unter einem Dach, was unter anderem die Qualitätssicherung der Produkte entscheidend vereinfacht. Zudem hat Kordel seit Anfang der 2000er-Jahre stark in die Automation der Produktionstechnologie investiert. So gibt es heute mehr als 70 Maschinen, die sich selbst beladen. Wobei eine händische Bestückung zumeist ebenso möglich ist, um auch kleine Losgrößen wirtschaftlich realisieren zu können. Dabei von Anfang an mit an Bord: Produktionslösungen von EMAG. Aktuell sind insgesamt 17 Maschinen der süddeutschen Maschinenbauer bei Kordel im Einsatz – die ältesten bereits seit mehr als 20 Jahren. Zuletzt kamen zwei Dreh- und Schleifzentren des Typs VLC 200 GT hinzu. Warum setzt Kordel immer wieder auf EMAG? „Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Komplettlösungen mit integrierter Automation steht bei diesen Entscheidungen im Vordergrund“, antwortet Geschäftsführer Johannes Kordel auf diese Frage. „Das hat uns schon vor 20 Jahren überzeugt und es gilt bis heute. Zugleich haben wir sehr gute Erfahrungen mit der Stabilität dieser Technologie gesammelt. Es gibt keinen Grund, einen überzeugenden Maschinenbau-Partner zu wechseln.“

Minimale Toleranzen im Fokus

Darüber hinaus helfen viele dieser Produktionslösungen Kordel dabei, lange Standzeiten der Werkzeuge bei gleichbleibender Qualität zu realisieren. Das macht das Beispiel der beiden neueren Dreh-Schleifzentren VLC 200 GT deutlich. Eine der beiden Maschinen befindet sich am Standort Dernekamp in der Nähe des Hauptsitzes, die andere im polnischen Jawor. Dabei werden in Deutschland mithilfe der VLC 200 GT ausnahmslos Kegelräder in verschiedenen Baugrößen gefertigt, die später in einem Einradtriebwerk für Flurförderfahrzeuge zum Einsatz kommen. Es handelt sich hier also um eines der zentralen Bauteile im Antrieb, bei dem es auf enorme Präzision ankommt: Die geforderten Toleranzen im Rahmen der Finish-Bearbeitung sind minimal. 

Hohe Werkzeugstandzeiten bei qualitativ perfektem Prozess

Das Grundprinzip ist dabei so einfach wie wirkungsvoll und basiert auf der Komplettbearbeitung in einer Maschine sowie einer Aufspannung: Nach dem Hartdrehen verbleibt nur noch ein Restaufmaß von wenigen hundertstel Millimetern am Kegelrad. Das nachfolgende Schleifen von Innen- sowie Außenkonturen – mit den dazugehörigen zwei Schleifspindeln im Inneren der VLC 200 GT – schafft somit eine qualitativ gleichbleibende Oberflächengüte und sorgt für einen stabilen Prozess. Außerdem lässt sich die Schleifscheibenspezifikation angesichts des geringen Aufmaßes sehr gezielt auf die Endqualität hin auslegen und die Werkzeugkosten sinken, weil die Schleifscheibe bei geringem Abtrag langsamer verschleißt und seltener abgerichtet werden muss. Ein integrierter Messtaster überprüft Durchmesser und Länge des Bauteils nach dem Prozess und korrigiert diese ggf. selbstständig.

Pick-up-Technologie vereinfacht Prozesse

Im Übrigen punktet die gesamte Konstruktion der EMAG Maschine, denn sie sorgt für einfache Prozesse bei Kordel: Der Bediener legt das Bauteil auf einen der Schleppringe im umlaufenden Förderband und entnimmt es von hier aus auch wieder. In der Zwischenzeit kann die Maschine eine ganze Zeit lang autonom arbeiten, denn das Beladen (und spätere Entladen) des Arbeitsraums erfolgt automatisiert und mit hohem Tempo per Pick-up-Spindel. Für kurze Span-zu-Span-Zeiten sorgt dabei ein Linearmotor in der X-Achse, weil er die Bauteile besonders schnell in die Bearbeitungsposition bringt. Auf diese Weise reduzieren sich die Stillstandzeiten innerhalb des Gesamtprozesses ganz erheblich.  Darüber hinaus profitieren die Bediener von der guten Erreichbarkeit des Arbeitsraums und des Werkzeugrevolvers. Die Dreh-Schleifmaschine lässt sich also in kurzer Zeit umrüsten – ein wichtiger Faktor angesichts der Vielzahl von Kegelrädern.  

Passgenaue Lösung für den Getriebebau

„Insgesamt ist der Einsatz der VLC 200 GT bei Kordel geradezu idealtypisch, denn wir haben diese Maschine als Lösung für die Futterbearbeitung von Getriebekomponenten entwickelt. Je nach Werkstückgeometrie und Qualitätsanforderung lassen sich die beiden Bearbeitungsprozesse intelligent und im schnellen Wechsel kombinieren“, betont Florian Rose von EMAG. Auf dieser Basis eröffnet die multifunktionale Technologie den Anwendern eine Vielzahl von Möglichkeiten. Innen- und Außenschleifspindeln, Drehwerkzeuge, Blockstahlhalter oder der bewährte 12-fach-Werkzeugrevolver von EMAG kommen je nach Bedarf zum Einsatz. Alle Komponenten stammen aus der EMAG Gruppe, was eine optimale Qualität und Verfügbarkeit garantiert. „Insgesamt bieten wir den Produzenten von Getrieberädern eine passgenaue, flexible und hochproduktive Lösung zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis an. Das hat letztlich auch unsere Ansprechpartner bei Kordel überzeugt“, so Rose abschließend.

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Markus Isgro

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