Booster für die Kurbelwellenfertigung

02.11.2015 - Markus Isgro

Eine Kurbelwelle zu schleifen ist eine Kunst für sich, denn die Anforderungen an dieses zentrale Bauteil eines jeden Motors sind immens – immer längere Laufzeiten erfordern höchste Präzision bei der Fertigung. So müssen nicht nur die Rundflächen (Radien) eben genau das sein, nämlich perfekt rund, sondern auch die Planflächen der Lager müssen perfekte Oberflächen vorweisen. Kurz: Jede Oberfläche dieses zentralen Motorenbauteils erlaubt nur geringste Toleranzen, da sonst der perfekte Lauf des Motors nicht garantiert werden kann.


Die Tücken im Detail

Man kann sich leicht vorstellen, dass das Schleifen von Radien und Planflächen in einer Kombinationsbearbeitung seine Tücken bietet. So sind für das Schleifen der Rundflächen mehrere Prozessdurchgänge notwendig, da man nur geringen Druck ausüben kann, um die Welle nicht „zu verbiegen“. Dagegen ist der Druck beim Schleifen der Planflächen zu vernachlässigen, da dieser in axialer Richtung wirkt. Dass dadurch auch unterschiedliche Belastungen auf die Schleifscheibe selbst wirken und für einen entsprechenden Verschleiß sorgen, erklärt sich von selbst.

Diagonalschleifen ist die Lösung

Betrachtet man diese Problematik, könnte man zu dem Schluss kommen, dass man die beiden Schleifprozesse trennt und separat durchführt. Das würde natürlich deutlich zu Lasten der Bearbeitungszeit gehen. Die Ingenieure der EMAG haben sich dieses Problems angenommen und das „Diagonalschleifen“ entwickelt – ein Schleifprozess, bei dem sowohl die Lagersitze wie auch die Oberflächen der Planschultern in einem mehrstufigen Prozess geschliffen werden. Der ganzheitliche und komplexe Ablauf des Diagonalschleifens wird durch das punktgenaue Steuern der Schleifgeschwindigkeit und der Bewegungen der Achsen erreicht, für das dank des modularen Maschinensystems der PB-Baureihe von EMAG die Voraussetzungen geschaffen wurden.
Die durch diese Technologie ermöglichten Zeit- und Kostenersparnisse (z.B. durch den geringeren Verschleiß der Schleifscheiben) führen letztendlich zu sinkenden Bauteilkosten, die vor allem bei der großvolumigen Kurbelwellenproduktion den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringen können.

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