Produktion von Lkw-Bauteilen: Hohe Qualität, maximale Flexibilität

21.05.2013 - Oliver Hagenlocher


Die Nachfrage nach schweren Lkw nimmt in den nächsten Jahren massiv zu – und das weltweit. So schätzen beispielsweise die Unternehmensberater von McKinsey, dass der Markt von derzeit 125 Milliarden Umsatz auf 190 Milliarden bis 2020 anwächst. Gerade in aufstrebenden Schwellenländern wie China und Indien werden deutlich mehr Lkw für den Aufbau der Infrastruktur benötigt. Dass diese globale Dynamik auch für kleinere Unternehmen Chancen eröffnet, zeigt das Beispiel LASO. Seit mehr als 40 Jahren produzieren die Spezialisten in Olpe Ersatzteile für Lkw und Busse. Vor allem anspruchsvolle Motorenaggregate wie Öl- und Wasserpumpen sowie Steuerungselemente stehen dabei im Mittelpunkt – insgesamt befinden sich allerdings bis zu 5.000 verschiedene Artikel in den Regalen. Um sehr unterschiedliche Bauteile effizient herstellen zu können, setzen die Spezialisten gezielt auf automatisierte Bearbeitungskonzepte: So kommen bei der spanenden Bearbeitung von Graugussteilen insgesamt drei vertikale Drehmaschinen von EMAG zum Einsatz. Die Anlagen produzieren auch kleinste Losgrößen mit höchster Qualität.   
 
„Flexibilität“ ist im Automobilbau ein häufig gebrauchtes Wort. Bei LASO hat es allerdings ein besonderes Gewicht, denn die Produktion von Lkw-Ersatzteilen ist ein außergewöhnlich „weites Feld“ für ein kleineres mittelständisches Unternehmen mit rund 70 Mitarbeitern. Die Spezialisten stellen dennoch nicht nur ganz unterschiedliche Motoren-Komponenten wie Ölpumpen, Ventilsitze, Einspritzteile oder Wasserpumpen her. Zusätzlich finden sich im Katalog des Unternehmens Bauteile für alle großen Lkw-Marken. Am Ende steht deshalb eine riesige Bandbreite von LASO-Produkten. Gleichzeitig ist gerade bei dem Thema „Ersatzteile“ die Bauteilqualität besonders wichtig, wie Betriebsleiter Werner Steuber von Anfang an hervorhebt: „Unsere Kunden müssen sicher sein, dass ein verbautes Lkw-Ersatzteil exakt die gleiche Leistung und Stabilität aufweist wie das defekte Original. Das garantieren wir für ganz unterschiedliche Komponenten. Fehler oder Ungenauigkeiten in der Produktion können wir uns deshalb nicht leisten.“ 

Viele Bauteile mit unterschiedlichen Losgrößen
Dass diese Anforderungen mit passgenauen Lösungen in der Produktion umgesetzt werden, zeigt die spanende Nachbearbeitung von komplexen Graugussteilen. So kommen bei der Herstellung von kleineren Flügelrädern oder Wasserpumpen zwei VL 5-Drehzentren von EMAG zum Einsatz, die mithilfe einer Umsetz- und Wendeeinheit verkettet sind. Schon die einfachen Produktionsdaten verdeutlichen die hohen Anforderungen an die beiden Maschinen: Mit ihnen werden rund 25 verschiedene Bauteile bearbeitet. Die Losgrößen schwanken zwischen gerade einmal 200 und 3000 Teilen. Dabei ist die EMAG-typische Konstruktion der Maschinen die entscheidende Basis für einen extrem schnellen, verketteten Gesamtprozess bei LASO: Die VL 5-Maschine verfügen über eine Pick-Up-Spindel, die das Bauteil von einem umlaufenden Transportband entnimmt und in den Arbeitsraum der Maschine befördert. Hier werden sie von einer Seite per Drehprozess bearbeitet und wieder auf einem Förderband abgelegt. Bei LASO werden die Teile anschließend in eine Umsetz- und Wendeeinheit transportiert, einmal umgedreht und direkt zum zweiten Drehzentrum befördert. In der zweiten VL 5-Maschine erfolgt ebenso eine Aufnahme per Pick-Up-Spindel, und die andere Seite des Bauteils wird in gleicher Weise bearbeitet. Zusätzlich können Bohrprozesse und weitere spanende Verfahren innerhalb der beiden VL 5-Maschinen durchgeführt werden.

Prozess seit Jahren stabil
„Dieser Gesamtablauf ist extrem effektiv“, erklärt Axel Fiedler, Gebietsverkaufsleiter von EMAG. „Die Taktzeit für die Komplettbearbeitung eines Flügelrads beträgt zum Beispiel nur 48 Sekunden. Zusätzlich sorgt die vertikale Bearbeitung für Prozesssicherheit, weil durch den günstigen Spänefall keinerlei Spänenester auftreten. Das ist für den vollautomatisierten und mannarmen Prozess natürlich von großer Bedeutung.“ – Ein Urteil, dass von LASO-Betriebsleiter Steuber bestätigt wird: „Die Anlagen laufen im Zweischichtbetrieb rund 80 Stunden in der Woche. Insgesamt haben wir sie bereits rund fünf Jahre im Einsatz. In diesem Zeitraum hatten wir praktisch keine Probleme mit der Leistung der Anlagen oder der Bauteilqualität. Der ganze Prozess ist tatsächlich außergewöhnlich stabil.“

Ähnlich wichtig für die Ersatzteilspezialisten ist die „Rüstfreudigkeit der Anlagen“, wie Steuber es ausdrückt. In kürzesten Abständen kann die Maschine für ein neues Bauteil eingerichtet werden. Dabei machen sich viele Details der EMAG-Konstruktion bemerkbar. So verfügen VL 5-Maschinen einerseits über einen Werkzeugrevolver, der bei LASO mit bis zu 10 verschiedenen Tools bestückt wird und somit auch für komplexe Zerspanaufgaben wortwörtlich gut „gerüstet“ ist. Zudem sind die Anlagen mit ihren „kurzen Wegen“ für die Bediener sehr gut zugänglich, die Werkzeuge können schnell und einfach gewechselt werden. „Besonders wichtig für uns ist auch, dass neue Bediener kaum Eingewöhnungszeit an der Anlage benötigen und die Steuerung schnell verstehen. Gerade wenn Anlagen häufig neu eingerichtet werden müssen, ist das ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit des Produktionsprozesses“, erklärt Steuber. Wie effizient die aktuelle Gesamtlösung ist, zeigt im Übrigen auch der Blick in die Vergangenheit: Die „VL 5-Doppellösung“ ersetzt seit ihrer Inbetriebnahme drei Maschinen, die vorher bei LASO im Einsatz waren und dabei jeweils nur einen Teilprozess am Bauteil ausführen konnten. Dazu wurden sie einzeln per Hand beladen – viel langsamere, unsicherere und letztlich teurere Produktionsprozesse inklusive.

Drehmaschine VL 7 als Produktionslösung für größere Bauteile
Für die Herstellung von größeren Pumpengehäusen und anderen Guss-Bauteilen setzen die Komponentenbauer in Olpe zusätzlich auf eine „Stand-Alone-Anlage“ von EMAG: das Drehzentrum VL 7. Es verfügt über ein größeres Bauteil-Futter (maximaler Durchmesser 400 Millimeter), und auch die maximalen Verfahrwege innerhalb der Maschine sind größer. „Auf die Vorteile von Pick-Up-Prinzip und Vertikalbearbeitung wollten wir auch bei größeren Bauteilen nicht verzichten“, bestätigt Steuber. Im Übrigen spielte der geringe Platzbedarf dieser EMAG-Maschine eine wichtige Rolle bei der Investitionsentscheidung von LASO: Auf einer Fläche von nur 20
Quadratmetern können die Lkw-Spezialisten eine große Bandbreite von komplexen Bauteilen bearbeiten – wohlgemerkt inklusive Automationslösung. „Das war für uns natürlich ein bedeutendes Argument, weil wir unsere Produktionsflächen für eine neue Anlage nicht erweitern oder umfangreicher umbauen wollten.“

Für die Zukunft sehen sich die Spezialisten für Lkw-Ersatzteile mit diesen Produktionslösungen gut aufgestellt. „Der Markt für Lkw-Ersatzteile wächst. Allerdings gibt es gerade in den aufstrebenden Schwellenländern eine Reihe von neuen Wettbewerbern. Wir positionieren uns in diesem Umfeld mit einer besonderen Bauteil-Qualität. Dabei spielt auch die EMAG-Produktionslösung eine wichtige Rolle“, so Steuber abschließend.

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