EMAG: VLC 250 – universell auf die Produktionsanforderungen konfiguriert

15.01.2010 - Oliver Hagenlocher

Die Anforderungen an moderne Werkzeugmaschinen sind vielschichtig. So wird heute eine flexibel einsetzbare, hochproduktive und mit neuester Technologie ausgestattete Maschine erwartet. Zudem steigt der Preisdruck vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. All dies zusammengenommen ergibt ein Anforderungsprofil, dem herkömmliche Maschinenkonzepte nicht gerecht werden. Die Antwort: Ein Plattformkonzept, das individuell an die Bearbeitungsanforderung angepasst wird und auch für zukünftige Ansprüche Möglichkeiten der Rekonfiguration bietet.


Die Ausrichtung auf eine spezielle Technologie ist im ersten Schritt sicherlich die günstigste Variante bei der Beschaffung von Werkzeugmaschinen. Doch wie verhält es sich, wenn sich die Bearbeitungsanforderungen verändern? Wenn beispielsweise zusätzlich zur Drehbearbeitung noch Schleifoperationen durchgeführt werden müssen? Meist steht dann die Investition in eine zusätzliche Maschine an. Problematisch wird es, wenn die Werkstücke nur in kleinen oder mittleren Stückzahlen produziert werden und damit die Neuinvestition das zusätzliche Bearbeitungsaufkommen übersteigt. Ein Ausweg bieten hier Kombinationsmaschinen, die beispielsweise das Drehen und Schleifen in einem Arbeitsraum in einer Aufspannung miteinander verbinden. Doch nur die wenigsten investieren zu Beginn in eine Kombinationsmaschine, wenn am Anfang des Auftrags nur eine Eintechnologie-Maschine gebraucht wird. Beide Vorgehensweisen sind daher aus kaufmännischer Sicht nicht optimal und so stellt sich die Frage, welche Alternativen es gibt.

Zukunftssicherheit durch Technologiemodule
Für die EMAG Kunden gibt es eine sinnvolle Alternative: Rekonfigurierbarkeit! Damit können Maschinen im Laufe ihres Lebenszyklus’ an veränderte Anforderungen angepasst werden. Diese Idee wurde noch nie so konsequent umgesetzt wie bei der neu entwickelten VLC 250. Die VLC 250 ist Teil einer Maschinenplattform, die sich über die Futtergröße 250 definiert. Das heißt, dass in den Maschinen VL 5i, VSC 250 und VLC 250 sehr viele gleiche Komponenten und Technologiemodule eingesetzt werden. „Die Idee dahinter ist einfach. Wir haben einen Technologiemodulbaukasten so weit standardisiert, dass diese Module in nahezu jeder der Maschinen zum Einsatz kommen können. Auch für die Basismaschinen verwenden wir sehr viele gleiche Komponenten. So werden beispielsweise die Portalschlitten bei allen Maschinen in exakt der gleichen Bauweise ausgeführt. Lediglich die leistungs- und qualitätsbestimmenden Komponenten, wie die Lagerung und Motorisierung der Hauptspindel sowie das Führungsprinzip der Hauptspindelpinole, werden an den jeweiligen Bearbeitungsbedarf angepasst“, so Dr. Guido Hegener, Geschäftsführer Technik bei der EMAG Salach Maschinenfabrik GmbH. Dies bietet den EMAG Kunden nie dagewesene Möglichkeiten in der individuellen Konfiguration der vertikalen Fertigungssysteme. Im Modulbaukasten kann man unter anderem zwischen vier verschiedenen Spindeln auswählen. Eine universelle Standardspindel, eine Spindel für die Hochleistungsbearbeitung, eine für hochgenaue Anwendungen und eine für den Multitechnologieeinsatz mit erweiterter C-Achs-Genauigkeit. Auch bei der Lagerung der Z-Achse (Pinole) gibt es sowohl den Einsatz von Wälzführungen als auch von Hydrostatik. Je nach Anwendungsfall lassen sich verschiedene Revolverpositionen und Automationsmöglichkeiten realisieren. Auch hinsichtlich der Technologie ist das Konzept offen: Drehen, Bohren, Schleifen, Fräsen, Multitechnologieeinheit mit Werkzeugwechsler, … Letztendlich ist das Ziel, dem Kunden eine optimal an seine Fertigungsanforderung angepasste Maschine zu bieten und ihm die Sicherheit zu geben, zukünftig die Maschine um Technologiemodule entweder erweitern oder mit alternativen Technologiemodulen ausstatten zu können.

Universeller Einsatz steht im Vordergrund
Die VLC 250 wurde als querbediente Pick-up-Maschine in Konsolenbauweise konzipiert. Wie bei allen vertikalen EMAG Maschinen ist die Automation ein fester Bestandteil des Systems. Die Werkstücke werden über ein umlaufendes Transportband der Pick-up-Position zugeführt und direkt in das Spannfutter aufgenommen. Dies gewährleistet einen schnellen und betriebssicheren Werkstückwechsel. Um die geforderten Genauigkeiten an den Werkstücken prüfen zu können, kann ein außerhalb des Arbeitsraums angebauter Messtaster in den Prozess integrieren werden. Durch das Messen der Werkstücke im gespannten Zustand im Futter der Hauptspindel erfasst die CNC-Steuerung Korrekturdaten. Das sorgt für gleichbleibende Genauigkeit und Qualität der gefertigten Werkstücke auch bei unbeaufsichtigtem Betrieb. Um Futterteile komplett in einer Aufspannung bearbeiten zu können, wird die VLC 250 mit einer Y-Achse und zusätzlichen Bohr-, Fräs- oder Schleifspindeln ausgestattet. Durch den längsgerichteten Maschinenaufbau stehen bis zu drei Werkzeugmodulplätze zur Verfügung, was die Ausrichtung auf den universellen Einsatz unterstreicht.

Die Multitechnologiemaschine

Die VLC 250 wächst mit ihren Aufgaben. Beginnt ein Fertigungsunternehmen mit einer VLC 250 mit Drehrevolver, kann diese bei geänderter Anforderung um eine Schleifeinheit erweitertet werden. Auch das Anbringen eines Multitechnologiemoduls ist möglich. Hierfür wird eine entsprechende Frässpindel mit B-Achse integriert, die auf ein Werkzeugmagazin mit 48 Werkzeugen zugreift. Damit bekommt der Kunde ein Dreh-Fräszentrum mit 5-Achsbearbeitung.

ILS (InLineSystem) – eine kompakte Automation
Auch in Sachen Automation gehen die Salacher neue Wege. So wurde das EMAG ILS (InLine System) entwickelt. Damit könnend die VLC Maschinen – in Linie – direkt aneinander gestellt werden. Durch großzügige Wartungs- und Serviceöffnungen von der Vorder- und Rückseite ist die Zugänglichkeit zur einzelnen Maschine nach wie vor gewährleistet. Diese Anordnung bietet sich vor allem bei Serienfertigung an. Es kann ein Teilefluss „in Linie“ durch zwei oder drei Maschinen dargestellt werden. An den Schnittstellen können optional kleine Puffer oder Ausschleusstationen angefügt werden. Mit dem ILS-System lassen sich damit Fertigungssysteme mit geringstem Platzbedarf konzipieren.

Die Plattform 250
Die neue EMAG Plattform 250 bietet die Möglichkeit, die Maschinen aus einem sehr breiten standardisierten Modulbaukasten an die individuelle Anforderung des Kunden anzupassen. Dadurch werden die Maschinen noch spezieller auf die jeweilige Bearbeitung zugeschnitten.
Durch die drei Produktreihen VL 5i, VSC 250 und VLC 250 bleiben hinsichtlich Auslegung, Produktivität, Flexibilität, universellem Einsatz und Mehrtechnologiefähigkeit keine Wünsche mehr offen.

Die Maschinen der Plattform 250 im Überblick
Die VL 5i, konfiguriert als Standardvariante, ist besonders auf Lohnfertiger- und Drehteilehersteller ausgelegt. Die VSC 250 wurde wie bereits in der Vergangenheit als stirnbediente Produktionsmaschine konzipiert, die individuell an die Bearbeitungsanforderung angepasst werden kann. Und die VLC 250 ist ein querbedientes vertikales Fertigungssystem, bei dem der universelle Einsatz im Vordergrund steht, und damit bestens für Multitechnologie-Anwendungen geeignet.
 

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