Aviation-Team bei EMAG ECM erarbeitet passgenaue Lösungen

31.05.2016 - Markus Isgro

Zentrale Flugzeug-Turbinenkomponenten werden aus hochfesten und hitzebeständigen Werkstoffen hergestellt. So kommen zum Beispiel bei der Blade Integrated Disk – einem Hochdruckver- dichter innerhalb der Turbine – Nickelbasis- legierungen zum Einsatz, die viele Fräswerkzeuge stark belasten. Auf der anderen Seite steigt bei Flugzeugbauern derzeit aber der Wettbewerbsdruck an. Produktionsplaner müssen die Durchlaufzeiten für ein Bauteil deshalb sogar noch verkürzen.


Nachfolgende Prozesse entfallen

Vor diesem Hintergrund punktet die Technologie vom EMAG ECM: Die Elektrochemische Metallbearbeitung sorgt für kürzere Prozesse, zudem steigt die Bearbeitungsgenauigkeit im Vergleich zu Fräsprozessen an – und das nahezu ohne Werkzeugverschleiß. Wie funktioniert das? Während des Prozesses fließt zwischen dem Werkstück  (der positiven Anode) und dem Werkzeug (der negativen Kathode) eine Elektrolytlösung, und es lösen sich Metall-Ionen vom Werkstück ab. Die Form des Werkzeugs ist so gewählt, dass der Materialabtrag zur gewünschten Bauteilkontur führt. Aufgrund der hohen Oberflächenqualität können nachfolgende Veredelungsprozesse häufig entfallen.

Machbarkeitsstudie zeigt Kosten-Nutzen-Verhältnis auf

Ganz entscheidend ist dabei allerdings das Know-how der Spezialisten mit Sitz in Gaildorf bei Schwäbisch Hall: Ein festes Team von Aviation-Experten erarbeitet die dazugehörigen Lösungen. Gemeinsam mit Kunden definieren Experten vom technischen Vertrieb die Produktionsanforderungen. Anschließend erstellt EMAG ECM in den meisten Fällen eine Machbarkeitsstudie, mit der sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Verfahrens bestimmen lässt. „Der Kunde kennt anschließend die auftretenden Bauteiltoleranzen und Taktzeiten sehr genau“, sagt dazu Richard Keller, Mitglied der Geschäftsleitung bei der EMAG ECM GmbH.

Präzision für das Werkzeug

In Gaildorf steht zudem ein modernes Labor in Verbindung mit einem umfangreichen Entwicklungsbereich zur Verfügung, der auch bei der Konstruktion der Kathoden-Werkzeuge zum Einsatz kommt – inklusive neuer 5-Achs-Fräsmaschine, hochmoderner Messtechnik und Software-Systemen, mit denen 3-D-Geometriedaten direkt in die Maschine eingelesen werden. Wie weit der technologische Anspruch der süddeutschen Maschinenbauer geht, zeigen verschiedene Kooperationen. So gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen. Außerdem ist EMAG ECM einer der Industriepartner des neu geschaffenen R&D Center for Turbomachinery Manufacturing vom Fraunhofer Institute for Production Technology (IPT) und der RWTH Aachen. 

Erfolge in der Flugzeugindustrie

Aktuell kann das Unternehmen auf neue Markterfolge verweisen. Beispielsweise werden die Experten in den nächsten Jahren eine Reihe von ECM-Maschinen an mehrere OEM aus der Flugzeugindustrie ausliefern. Erwähnenswert ist zudem, dass Triebwerkshersteller bereits   Triebwerke an Airlines ausliefern, deren Turbinen-Komponenten mithilfe von EMAG-ECM-Technologie gefertigt werden – nur wenige Jahre nach Fertigstellung der EMAG-Maschinen. Angesichts der langwierigen Zertifizierung, die jeder Produktionsprozess bei Aviaton-Zulieferunternehmen durchlaufen muss, ist das ein großer Erfolg.

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Markus Isgro

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