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Vom Werkzeugbauer zum Serienfertiger

Links: Michael König: „Man merkt den VL-Maschinen von Emag an, dass sie keine Kinderkrankheiten mehr haben, weil die Baureihe nicht erst seit ein oder zwei Jahren auf dem Markt ist.” Rechts: Michael Rohrer, Gebietsverkaufsleiter der Emag-Vertretung Walter Maier
Auf den in einer Reihe stehenden 5 VL-Maschinen von Emag werden bei König Maschinenbau in Appenweier Stanzteile für das stufenlose Getriebe von Audi (Multitronic) mechanisch bearbeitet

Was zunächst mit wenigen Kunden begann, um den eigenen Werkzeugbau besser auszulasten, hat bei der Firma König heute Priorität: Die Großserienfertigung von Zieh- und Umformteilen für namhafte Automobilzulieferer. Hierfür hat das Unternehmen innerhalb kürzester Zeit acht vertikale Pickup-Drehzentren des Typs VL der Firma Emag beschafft, mit denen Ziehteile rund um die Uhr spanend bearbeitet werden.

Die Ansprüche der Fahrzeugindustrie an Ziehteile und Umformteile sind in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen, weil sich viele Bauteile, die früher aus dem Vollen zerspant wurden, sich heute auch aus Blech fertigen lassen. So auch bei Komponenten für das stufenlos regelbare CVT-Getriebe, das die Firma LUK, ein Unternehmen der Schaeffler-Gruppe, für Audi fertigt. Dabei sind Genauigkeiten gefordert, die mit der Blechumformung allein nicht realisierbar sind, es muss noch zerspant werden. Eine Aufgabenstellung, die maßgeschneidert in das Leistungsspektrum der Firma König Maschinenbau in Appenweier passt. Das 1988 als Werkzeugbau gegründete Unternehmen bringt aus seinen Anfängen nicht nur Erfahrungen mit Schnitt-, Zieh-, Stanz- und Biegewerkzeugen mit, sondern verfügt als Zulieferer für den Maschinenbau auch über umfangreiche Erfahrung in der Serienfertigung.
Mit seiner ersten Drehmaschine produzierte der gelernte Werkzeugmacher Michael König bereits nebenberuflich für Unternehmen in der Umgebung. Nach der Meisterprüfung machte er sich mit 26 Jahren selbstständig und gründete seinen eigenen Werkzeugbau.
Doch aller Anfang ist schwer. Weil der vergleichsweise kleine Betrieb anfangs nicht alle erforderlichen Maschinen im Hause hatte und damit mancher Auftrag nicht wirtschaftlich ausführbar war, hat der Firmengründer zur besseren Auslastung seines Betriebes neben dem Werkzeugbau schon recht frühzeitig auch die Fertigung von Einzelteilen für andere aufgenommen. „Dabei haben wir gemerkt, dass sich auch damit Geld verdienen lässt”, so König, „deshalb haben wir diesen Geschäftszweig zielstrebig ausgebaut.”
Schon bei einem ersten Großauftrag hatte König Erfahrungen mit Vertikaldrehmaschinen eines namhaften Herstellers gesammelt. Allerdings war er mit der Zuverlässigkeit dieser vertikalen Doppel-Spindler absolut nicht zufrieden. Die Maschinen erwiesen sich als sehr störanfällig. Ganz anders sah es bei der ersten VL Vertikaldrehmaschine von Emag aus, die König für die Nachbearbeitung von Ziehteilen beschafft hatte. König: „Die Maschine ist seit etwa zwei Jahren bei uns im Einsatz. Sie arbeitet sehr zuverlässig und störungsfrei, obwohl sie im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr läuft.“

Zuverlässigkeit der VL-Vertikaldrehmaschine ausschlaggebend

Täglich werden mit einem Sattelzug 24 gefüllte Gitterboxen zwischen Kunde LUK und Zulieferer König Maschinenbau hin und her transportiert. Als Rohteile her und als Fertigteil zurück

Dies war auch das ausschlaggebende Moment, bei der Beschaffung von weiteren Maschinen mit Emag weiterzumachen, als bei der Firma LUK die Stückzahlen stiegen und Stanzteile für die Weichbearbeitung aus Platzgründen außer Haus gegeben werden sollten. In der Firma König fand LUK nicht nur einen Partner, der durch die räumliche Nähe geringe Logistikkosten hatte und durch seine schlanke Struktur den vorgegebenen Kostenrahmen erfüllen konnte, sondern über nachweislich gute Erfahrungen bei der Bearbeitung von Blechziehteilen verfügte. Denn eine Spezialität von König Maschinenbau ist mittlerweile die spanende Bearbeitung von dünnwandigen Blech- und Kaltfließ-Pressteilen, die man meist deformationsunempfindlich spannen muss. Für bestimmte Anwendungen baut König die Spannfutter selbst, aber er kauft auch bei spezialisierten Zulieferern zu, die sich auf das Spannen dünnwandiger Teile spezialisiert haben.

Großserienfertigung auf VL-Maschinen

Man kann den rundumlaufenden Werkstückpuffer sehr gut bestücken. Für den die Werkstücke aufnehmenden Schlepprahmen ist kaum einmal eine Aufnahmevorrichtung fürs Band erforderlich
Das Umrüsten auf ein anderes Spannfutter ist bei der VL-Maschine von Emag problemlos, weil die Öffnung groß ist und die Spindel weit nach vorn zum Werker gefahren werden kann

Für die Produktion von mehr als 200 000 Stück pro Teil sind bei König Maschinenbau fünf VL-Maschinen von Emag im Einsatz. Zwei der VL-Maschinen werden nie umgerüstet. Sie sind für ein Teil eingerichtet, das das ganze Jahr läuft. Davon gibt es zwar unterschiedliche Varianten, aber es ändert sich nur das NC-Programm. Die Spannsituation ist immer die gleiche, und die Geometrie der Teile ist zueinander sehr ähnlich.
Von den Tiefziehteilen auf den anderen Emag-Maschinen gibt es verschiedene Varianten, hier werden die Maschinen einmal wöchentlich umgerüstet. Eine Maschine ist allerdings maximal mit drei verschiedenen Teilen belegt. Das Umrüsten dauert ein halbe bis eine dreiviertel Stunde. Dabei wird nur das Futter mit einer Wechselvorrichtung gewechselt. Ein Werkzeugwechsel ist nicht erforderlich, weil der Revolver mit allen Werkzeugen eines Produktspektrums vorgerüstet ist.

Rüstfreundlichkeit
Beim Umrüsten auf völlig andere Teile sind die VDI-Werkzeuge bereits vorher eingemessen. Das Umrüsten dauert dann eine bis eineinhalb Stunden, wenn auch noch das Futter gewechselt werden muss. Das Programm ist üblicherweise vorhanden, bei manchen Maschinen sind bereits für alle zu fertigenden Teile die erforderlichen Werkzeuge im Revolver.
König: „Bei der Aufstellung der VL-Maschinen hatten wir keine Platzprobleme, wir mussten nur innerbetrieblich einiges umstrukturieren, um die fünf neuen Emag-Maschinen in eine Reihe zu kriegen. Dabei haben wir uns von ein paar alten, unproduktiven Maschinen getrennt. Die Maschinen laufen im Dreischichtbetrieb, so dass ich für diesen Auftrag 9 Mitarbeiter neu eingestellt habe. Üblich ist bei uns eine 2-Maschinenbedienung, für die sich das Konzept der Vertikaldrehmaschine geradezu anbietet. Man kann den Werkstückpuffer, also den Schlepprahmen, sehr gut bestücken und die Zeit zwischen dem Beschicken mit Messaufgaben ausfüllen oder Sonstiges erledigen. Das war natürlich ein ausschlaggebender Punkt für uns, um die geforderten Kostenziele zu realisieren. Die Firma LUK hatte die Teile bisher auf horizontalen Frontdrehmaschinen gefertigt, die von Hand beschickt wurden. An diesen Maschinen hatte der Werker wenig Zeit, nebenher noch die erforderlichen Messaufgaben zu erfüllen. Die Einhaltung kritischer Maße muss aber durch eine 100 % Kontrolle sichergestellt werden. Um prozesssicher zu produzieren, müssen wir einen CPK-Wert von 1,67 oder besser einhalten. Und trotzdem laufen bei uns die Maschinen in der normalen Teile-Taktzeit voll durch.” 90 % des Umsatzes macht König heute mit 4 großen Kunden, alles Stanzereien und Umformer vor der Haustür, die ähnliche Bearbeitungsaufgaben haben, der Rest sind Kleinkunden.
König: „Wir haben in unsere Fertigung in den letzten 3 Jahren in insgesamt 8 Emag VLMaschinen investiert. Mittlerweile bin ich von der Zuverlässigkeit der Emag-Maschinen so überzeugt, dass mich selbst ein Preisunterschied von 20 % eines Wettbewerbers nicht dazu bewegen würde, ein anderes Produkt zu kaufen. Ich brauche zuverlässige Maschinen, weil ich im 3-Schichtbetrieb arbeite und hohe Qualitätsanforderungen erfüllen muss. Meine Kunden, mit denen wir sehr lange Lieferverträge haben, müssen davon überzeugt sein, dass ihr Teil auch noch in einem Jahr qualitativ gut von unserer Maschine runter kommt.”
Hier spielen die Emag-Maschinen natürlich ihre Stärke aus. Konzipiert für die Großserie in der Fahrzeugindustrie sind sie robust und bewährt, so dass die in der Zulieferindustrie übliche Verfügbarkeit kein Thema ist. Offensichtlich ist es Emag gelungen, die positiven Eigenschaften der VSC-Vertikaldrehmaschinen auch auf die VL-Serie zu übertragen.

Anwender:
König Werkzeugbau
Winkelstraße 64
77767 Appenweier
www.werkzeugbau-koenig.de
Bericht aus: MAV Maschinen-Anlagen-Verfahren 09.2007
www.mav-online.de

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