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Sonder ist Standard

Drei VLs in Reihe: Geballte Produktivität auf kleinstem Raum. Einfaches Umrüsten durch Schlepprahmen. Die Arbeitsspindel holt sich ihre Arbeit ab

Teilefertigung auf den Kopf gestellt

Mit hoher Fertigungstiefe bei den Komponenten produziert die Firma ALGI Alfred Giehl GmbH & Co. KG als einer der führenden Hersteller Aufzugsysteme und beliefert weltweit Aufzugbauer mit Komplettanlagen und Komponenten. Sicherheit, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit stehen dabei an erster Stelle.

Eine Vielzahl variantenreicher Aufzugsysteme

Einfache Zu- und Abführung der Teile mittels Schlepprahmen. Horizontalmaschinen brauchen an dieser Stelle Handlinggeräte, Roboter oder starke Hände. Perfekte Oberfläche, maßhaltige Gewinde

kennzeichnet die Produktpalette des mittelständischen Familienunternehmens aus Eltville im schönsten Teil des Rheingaus. Vom Speiseaufzug bis zum Schwerlastaufzug, mit dem man ganze Sattelzüge mit 50 Tonnen Gewicht anheben kann, reicht die Spanne. Dazwischen unterschiedlichste Systeme für Aufzuganlagen für Personen, Autos, Müllbehälter, ... Jeder Bau ist anders, und daher auch jeder Aufzug. Bis zu 6000 Aufzüge gehen jährlich von Eltville in alle Welt. Bei Personenaufzügen ist neben Sicherheit und Schnelligkeit auch der Komfort ein Kaufmerkmal. In Algi-Aufzügen bleibt während des Stop-and-go über viele Stockwerke eine auf die Kante gestellte Münze stehen ohne umzufallen oder davonzurollen.

Bedingt durch das hohe Fertigungs-Know-how ist man auch weltweit gefragter Lieferant für Hydraulikkomponenten – vor allem Hydraulikzylinder – für Offshore, Pressen- und Schleusenbau, Bau- und Landmaschinen, für allgem. Maschinenbau und Rüstungsindustrie. Eine Spezialität, auf die man mit Recht besonders stolz ist, ist das Honen von Zylinderrohren nach einem selbst entwickelten Verfahren und mit selbst gebauten Maschinen. Sie ermöglichen das Honen von Rohrinnenwandungen bis zu 12 m Länge und 600 mm Innendurchmesser, ebenso wie das Honen der äußeren Zylinderflächen bis 35 m Länge und 500 mm Außendurchmesser. Auf das Verfahren und die dabei erreichten Werte ist nicht nur Jörg Hilgert, der Leiter der CNCFertigung, Meister, techn. Betriebswirt und Ausbilder in Personalunion, besonders stolz: »Wir honen in der Endbearbeitung ausschließlich längs und nicht im üblichen Kreuzschliffverfahren. Das verhindert unnötigen Ölaustritt durch höhere Dichtigkeit und minimiert den Dichtungsverschleiß entscheidend. Mit diesem selbstentwickelten Verfahren erreichen wir Rautiefen von unter 1 μm. Die Zylindrizität liegt bei 2 μm auf der ganzen Länge bis 35 m, und Rundlaufabweichungen sind eigentlich gar nicht mehr messbar. Wir erzielen damit absolut glatte Oberflächen für Dichtungen und Bänder bei Teleskopstangen und Führungen. Diese Höchstpräzision ist einerseits gut für jahrelangen Betrieb mit mehr als einer Million Fahrten jährlich und erfüllt andererseits höchste Präzisionsanforderungen z.B. im Militär-Bereich.«

Aber auch bei den ›normalen‹ Teilen und Komponenten für die ›Vertikal-Mobile‹ ist die Fertigungstechnik geprägt von Präzision und Kompetenz. Das hat sich herumgesprochen und machte das Unternehmen am Rhein zu einem gefragten Lohn- und Einzelfertiger kundenspezifischer Werkstücke wie ›natürlich‹ Sonderzylinder, Großdreh und Honteile, sowie allgemeiner CNC-Fertigung im Lohnauftrag. Besonders forciert werden zurzeit aufwändig zu fertigende Kleinteile bis zu mittlerer Losgröße mit Drehdurchmesssern zwischen 3 und 550 mm. Zerspant werden dabei nahezu alle Werkstoffe, die sich zerspanen lassen, von GG40, St52, über Alulegierungen oder Edelstähle bis hin zu Super Duplex. Durch den Zuwachs in diesem Segment, das sich als veritables zusätzliches Standbein von Algi entwickelt hat, waren die bisherigen Fertigungsmittel überfordert, zu alt, zu teuer, zu unflexibel und zu personalintensiv.

Das schlüssigste Gesamtkonzept

Michael Ossot, Emag Vertrieb, Susanne Giehl, Algie Vertrieb und Jörg Hilgert (v. l.): Gesucht, empfohlen und gefunden – das beste Gesamtkonzept für die flexible Fertigung kleiner bis mittlerer Serienteile mit hoher Wirtschaftlichkeit und langlebiger Präzision. Automation eingebaut, schnell und leicht umzurüsten, wegen der leichten Bedienbarkeit beliebt bei den Mitarbeitern. Die drei vertikalen VLs von Emag in Salach.

»Auf der Suche nach der optimalen Lösung stießen wir auch auf Emag. Die Salacher waren uns über viele Jahre nur als Lieferant für Großserienfertigung ein Begriff. Auf Messen wurde oftmals die Kompetenz der auf Sekundenbruchteile optimierten Fertigung von Automobilteilen in den Vordergrund gestellt. Erst die standardisierte VL-Baureihe, die uns vom regionalen Vertriebsmann Michael Ossot eingehend empfohlen wurde, eröffnete uns eine neue Perspektive.« Und er fuhr fort: »Emag bot uns von Anfang an das schlüssigste Gesamtkonzept mit geringstem Platzbedarf bei hoher Produktivität. Auch die in die Maschine integrierte Automation war entscheidend. Die Anordnung der Arbeitsspindel zwischen den Führungsbahnen (bei anderen Maschinen wird die Spindel als Galgenkonstruktion geführt) versprach hohe Standfestigkeit und Maßhaltigkeit bei langjährigem Betrieb. – Man entschied sich für die vielen Vorteile der vertikalen Pick-up-Maschinen und ersetzte insgesamt sieben ältere horizontale CNC-Drehmaschinen durch drei VLs (zwei VL5 und eine VL3). Die neuen Pick-ups fertigten vor allem im Bereich der kleinen und mittleren Serien. Die üblichen Losgrößen liegen dabei zwischen zehn und 150 Teilen. Bei den Losgrößen gibt es hin und wieder auch Ausreißer vom Einzelteil bis 2500 Stück. Alle drei Maschinen werden pro Schicht nur von einem Bediener betreut. Er rüstet die Maschinen auch um, sofern das NC-Programm schon erstellt ist. Jörg Hilgert: »Bei der Programmierung liegt unser Augenmerk weniger auf der nach Sekundenbruchteilen optimierten Taktzeit, das wäre bei Losgrößen von z.B. 30 auch unsinnig, sondern vielmehr auf hoher Prozesssicherheit. Während eine Maschine umgerüstet wird, produzieren die beiden anderen mannlos weiter. Diese Umrüstflexibilität reduzierte nicht nur die Stückkosten, sondern ermöglichte uns auch eine weitere Verkleinerung der Losgrößen auf ein Viertel und eine drastische Verringerung der Lagerbestände.« Hilgert lobte auch die einfache Teilezuführung über integrierte Schlepprahmen: »...für uns besonders interessant, da diese direkt über die Maschinensteuerung angesteuert werden und somit keinerlei Schnittstellenprobleme mit z.B. teuren Beladerobotern auftreten. Auch die Flexibilität dieser nahezu umrüstfreien Lösung spricht für sich – wir bearbeiten fast das gesamte mögliche Größenspektrum mit 40 bis 210 mm Durchmesser und 5 bis 140 mm Länge – sowie rechteckige Werkstücke und einige nicht rotationssymmetrische Teile.«

Markenzeichen: Hydraulischer Außenaufzug am Firmengebäude bei Algi in Eltville

Für das eingesetzte Bedienpersonal ergibt sich schon auf den ersten Blick ein klarer Vorteil gegenüber den alten horizontalen Maschinen – es ist wesentlich leichter insbesondere schwere Werkstücke auf den Schlepprahmen zu legen, als in ein horizontales Futter einzuspannen. Großer Beliebtheit erfreut sich auch das einfache und schnelle Einrichten. Durch ein selbst entwickeltes Einrichtmakro »sind wir schneller in der Lage, unsere VLs zu rüsten als eine vergleichbare horizontale Maschine ohne Automation. Auch bei einer horizontalen Maschine muss der Werkstücknullpunkt gesetzt werden. Bei Verwendung unseres Makros wird dieser durch einfache Eingabe von wenigen Zeichnungsmaßen bzw. von Maßen, die außerhalb der Maschine mit dem Messschieber ermittelt werden können, gesetzt. Danach ist auch die Automation komplett eingerichtet.«

Die anfängliche Skepsis beim Umstieg von horizontal zu vertikal wich innerhalb kurzer Zeit der Begeisterung über die einfache Art flexibel präzise Werkstück zu fertigen. Keiner der Bediener möchte nach nunmehr zwei Jahren zurück zu den alten Fertigungsmethoden.

Anwender:
ALGI Alfred Giehl GmbH & Co.KG
Eltviller Straße 5
Kiedrich im Rheingau
Bericht aus: Maschine+Werkzeug 06.2006

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